Forschung

Geschlechterunterschiede bei der Arbeitsmarktintegration von Haftentlassenen
Fördergeber*in: FFG / KIRAS (2023-2025)
Projektleitung: Nina-Sophie Fritsch

Projektmitarbeit: N.N.

Kurzbeschreibung
Der Einstieg in den Arbeitsmarkt ist für Haftentlassene eine besondere Herausforderung, obwohl eine Erwerbstätigkeit ein wichtiger Bestandteil für eine gelungenen Legalbewährung und Sozialintegration ist. Die Teilhabe am Arbeitsmarkt unterstützt Haftentlassene dabei, nicht rückfällig zu werden und ihren Weg zurück in die Gesellschaft zu finden. In der bisherigen Forschung wird aber zu wenig berücksichtigt, dass der Einstieg in den Arbeitsmarkt durch geschlechterspezifische Unterschiede geprägt ist. Diese Geschlechterspezifik greifen wir in dem geplanten Projekt auf und begleiten weibliche (N=25) und männliche (N=25) Haftentlassene in einer qualitativen Wiederholungsbefragung von der Phase kurz nach der Haftentlassung bis zum (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt. Zusätzlich führen wir in dem mulitmethod Projekt ExpertInneninterviews (N=20) mit ArbeitgeberInnen, die Personen mit Hafterfahrung einstellen und mit BewährungshelferInnen durch, um unsere Befunde zu kontexualisieren. Das Ziel ist es, durch unsere innovativen Befunde bestehendes Wissen über sicherheitspolitische Themen zu erweitern und einen Beitrag zu einer besseren Legalbewährung und Sozialintegration zu leisten.

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Remote Work = The New Normal?
Fördergeber*in: AK Wien (2022-2024)
Projektleitung: Nina-Sophie Fritsch
Projektmitarbeit: Bernd Liedl, Sophia Wyatt

Kurzbeschreibung
Die COVID-19 Pandemie treibt den digitalen Wandel in Österreich rasant voran und für viele ist Remote Work zur neuen Normalität geworden. Wir wollen untersuchen, wie sich dadurch Aushandlungsprozesse zwischen Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen verändern und wie sich eine neue und ggf. gestärkte Position von Arbeitnehmer*innen herausbildet. Die disruptiven Veränderungen am Arbeitsmarkt bergen ein umfängliches Potential für die (Neu-)Gestaltung von fairen Arbeitsbeziehungen. Um dieses Potential zu erkennen, müssen wir den Blick auf neu entstandene Formen solidarisierter Autonomien richten, die in den letzten zwei Jahren aus gemeinsamen Erfahrungen resultieren. Dabei interessieren uns insbesondere neue Gestaltungsspielräume in den Arbeitsbeziehungen und Machtverschiebungen, die auch zukünftig von den Arbeitnehmer*innen aktiv genutzt werden können. Ziel der empirischen Analysen ist es, evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für Arbeitnehmer*innen und deren Vertretungen zu formulieren.

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Projektmitarbeiter*innen

Bernd Liedl, BA BA
Bernd Liedl ist wissenschaftlicher Projektmitarbeiter an der WU, sowie administrativer Mitarbeiter am Institut für Soziologie an der Universität Wien und verwaltet dort das Datencenter. Er hat Bachelor-Abschlüsse in Soziologie und Philosophie und arbeitet derzeit an seiner Masterarbeit über Lebensführung in Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind Armut, Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt und Migration.

Aktuelle Publikationen
Haindorfer, Raimund / Liedl, Bernd / Kittel, Bernhard (2022) The Integration Resources of Refugees and Life Satisfaction: Evidence from the City of Vienna. Journal of Immigrant & Refugee Studies DOI: 10.1080/15562948.2021.2022820.

Liedl, Bernd / Steiber, Nadia (2021) Einstellungen zum Sozialstaat im Verlauf der COVID-19 Pandemie: Ergebnisse der AKCOVID Panel-Befragung. Materialien zu Wirtschaft und Gesellschaft . Working Paper-Reihe der AK Wien 223.

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Sophia Wyatt, MA BA
Sophia Wyatt ist wissenschaftliche Projektmitarbeiterin an der WU. Sie hat ihren Masterabschluss in Soziologie an der Universität Wien erlangt. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen sozialer Ungleichheit, Gender und Migration sowie qualitativer Methoden.

Aktuelle Publikationen
Braun, K., Wyatt, S., Metwally, I., Eberl, J.-M., Sivis, S., Pervan-Al Soqauer, I., Bianchi, S., Quercia, P.,Nanis, Y., & Boomgaarden, H. G. (2022). Gender Differences in the Role of Mobile Media and EU Perceptionsof Migrants and Refugees. Deliverable 8.5. H2020 – MIRROR Project.

Wyatt, S., Braun, K., Metwally, I., Eberl, J.-M., Sivis, S., Pervan-Al Soqauer, I., Bianchi, S., Quercia, P., Nanis, Y., & Boomgaarden, H. G. (2022). Final Report on Irregular Migrants’ EU Perceptions and Mobile Media Impact. Deliverable D8.6. H2020 – MIRROR Project.

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Berufliche Geschlechtersegregation verstehen
Fördergeber*in: FWF Österreich (2017-2023)
Projektleitung: Nina-Sophie Fritsch

Kurzbeschreibung
Trotz zahlreicher Gleichstellungsmaßnahmen ist die berufliche Trennung von Männern und Frauen weiterhin ein zentrales Ungleichheitsmerkmal des Arbeitsmarktes. Dies äußert sich in einer geschlechterspezifischen Aufteilung in typisch „männliche“ oder „weibliche“ Berufe, die meist auch mit ungleichen hierarchischen Positionen einhergeht. Obwohl sich die berufliche Geschlechtertrennung in allen europäischen Ländern abbilden lässt, ist sie in Österreich aufgrund der lange verbreiteten klassischen Arbeitsteilung und einer starken Orientierung an traditionellen Familienbildern, besonders ausgeprägt.

Woran liegt es nun aber, dass die geschlechterspezifischen Ungleichheiten am Arbeitsmarkt – ungeachtet der wachsenden Frauenerwerbsquote und eines steigenden weiblichen Bildungsniveaus – über die letzten Jahrzehnte nicht nur äußerst stabil bleiben, sondern in manchen Teilbereichen sogar zunehmen? Viele sozialwissenschaftliche Studien haben sich mit der Beschreibung unterschiedlicher Facetten geschlechterspezifischer Ungleichheiten befasst. Bisher weniger intensiv ist die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Hintergründen der beruflichen Geschlechtertrennung. Genau dieses Ziel verfolgt das vorliegende Projekt.

Zunächst gibt das Projekt einen Überblick zu den Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten. Dabei ist es nicht nur entscheidend zu verstehen, welche Personen sich aus welchen Gründen sich für unterschiedliche Berufe entscheiden. Vielmehr ist es auch wichtig zu verstehen, welche spezifischen Charakteristika „Männer“ bzw. „Frauenberufe“ aufweisen, die ihrerseits wiederum den Entscheidungsprozess beeinflussen. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt in dem Projekt befasst sich mit der Untersuchung von geschlechteruntypischen Berufswahlen. Der Ausgangspunkt dieser Forschungsfrage liegt im gesellschaftlichen Ziel der beruflichen Gleichstellung von männlichen und weiblichen Arbeitskräften. Wenn die Gleichstellung am Arbeitsmarkt angestrebt wird (berufliche Geschlechtersegregation jedoch die Realität ist), dann ist es aufschlussreich genau jene Personen zu beforschen, die sich geschlechteruntypisch verhalten und dabei beruflich erfolgreich sind.

Diese Forschungsfragen wird mit einem innovativen Studiendesign untersucht, wobei sowohl quantitative als auch qualitative Elemente der empirischen Sozialforschung miteinander verbunden sind. Zunächst wird die Entwicklung der beruflichen Geschlechtertrennung mittels statistischer Analysen innerhalb der letzten 20 Jahre skizziert. Dabei werden die Besonderheiten des österreichischen Arbeitsmarktes im Kontext europäischer Entwicklungen dargestellt. Im Anschluss daran werden in der qualitativen Teilstudie 30 Problemzentrierte Interviews mit Frauen und Männern in jeweils geschlechteruntypischen Berufen geführt. Das Ziel besteht die Gründe für die geschlechteruntypische Berufswahl besser zu verstehen und Strategien zu identifizieren, die es diesen Personen möglich machen in geschlechteruntypischen Berufsumwelten erfolgreich zu sein.

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Ausgewählte Publikationen

Fritsch, Nina-Sophie / Liedl, Bernd (2023) Who belongs to the Middle Income Class in Europe? The Role of Gender-Specific Occupational Characteristics in Multi-Level Analyses for 17 European Countries. International Journal of Sociology 53(1): 59-82. https://doi.org/10.1080/00207659.2022.2151765 [Download]

Fritsch, Nina-Sophie / Berger, Christian / Mader, Katharina (2022) Care Arbeit im Wandel Auswirkungen von Digitalisierung und der COVID 19 Pandemie auf bezahlte Sorgearbeit. A&W Blog.

Fritsch, Nina-Sophie / Berger, Christian / Mader, Katharina (2022) Care Work 4.0: Die Transformation von bezahlter Sorgearbeit in Zeiten von Digitalisierung und Corona. AK- Policy Paper. (Verfügbar auch auf SocArXiv)

Fritsch, Nina-Sophie / Liedl, Bernd / Paulinger, Gerhard (2020) Horizontal and vertical labour market movements in Austria: Do occupational transitions take women across gendered lines? Current Sociology online first: https://doi.org/10.1177/0011392120969767

Fritsch, Nina-Sophie (2021) Lebenschancen entscheiden sich am Arbeitsmarkt. ZeitZeichen 66(4): 3-4.

Verwiebe, Roland / Fritsch, Nina-Sophie/ Liedl, Bernd (2019) Der Arbeitsmarkt in Österreich: Auswirkungen des Strukturwandels für Einheimische im Vergleich mit Migrantinnen und Migranten. pp. 113-153 In: Bacher, Johann / Grausgruber, Alfred / Haller, Max / Höllinger, Franz / Verwiebe, Roland (Eds.) Die Lebenssituation von Migrantinnen und Migranten in Österreich. Wiesbaden: Springer.

Fritsch, Nina-Sophie / Liebhart, Christina / Verwiebe, Roland (2019): Arbeit und Berufe in Österreich: Veränderte Einstellungsmuster im Kontext eines tief greifenden Strukturwandels. pp. 335-387 In: Bacher, Johann / Beham-Rabanser, Martina / Grausgruber, Alfred / Haller, Max / Muckenhuber, Johanna / Höllinger, Franz / Verwiebe, Roland (Hgs.) Sozialstruktur und Wertewandel in Österreich. Trends 1986 – 2016. Wiesbaden: Springer.

Fritsch, Nina-Sophie (2018) Arbeitsmarkt, Berufe und Geschlecht in Österreich. SWS-Rundschau 58(3): 307-327.

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Abgeschlossene Forschungsprojekte

Vom „User-Generated Content zum User-Generated Copyright“
Fördergeber*in: Sparkling Science Project Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung Österreich
Projektleitung: Clemens Appl
Projektmitarbeit: Phlipp Homar, Nina-Sophie Fritsch, Karin Sardadvar, Jennifer Stark

Kurzbeschreibung
During the last decade, cultural change has radically altered the ways of distributing und consuming copyrighted creations. In light of an emerging ‘digital economy’, which is especially fostered by a wide availability of broadband technologies, cloud-computing services and changed user habits, the traditional concept of copyright is subject to a broad public debate. It becomes more and more common to distribute digital copies of works not only on tangible media, but also via online accessible platforms. Nowadays, users ‘buy’ and more often ‘consume’ digital goods online. From a legal, economic and social perspective, this paradigm shift rigorously challenges the classical copyright doctrine, which follows an ‘analogue-world’ approach. Thus, this research project aims to provide a definition of relevant prerequisites for a modern, well-balanced copyright system based on a broad social consensus. The project was funded by the Federal Ministry of Science, Research and Economy as part of the research project ‘Sparkling Science’.

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GINI – Growing Inequalities‘ Impacts in Austria
Fördergeber*in: 7th Framework Programme of the European Community
Projektleitung: Roland Verwiebe
Projektmitarbeit: Tobias Troger, Laura Wiesböck, Roland Teitzer, Fritsch, Nina-Sophie

Kurzbeschreibung
The GINI Project studies the economic and educational drivers and the social, cultural and political impacts of increasing inequality with novel contributions on the measurement of income, wealth and education inequality. The project operates in a framework of policy-oriented debate and international comparisons across all EU countries (except Cyprus and Malta), the USA, Japan, Canada and Australia.